DAS SOLL­TEN SIE WIS­SEN




Familienrecht

  • Unterhalt bekommt man erst ab dem Monat, in dem der Unterhaltspflichtige in Verzug gesetzt wird.

    Dass bedeutet, der Unterhaltspflichtige muß nachweisbar angeschrieben und zu konkreten Unterhaltszahlungen, zumindest aber zum Zwecke der Unterhaltsberechnung zur Auskunftserteilung über seine aktuellen Einkommens- und Vermögensverhältnisse aufgefordert werden.

  • Zugewinngemeinschaft bedeutet nicht automatisch gemeinsames Eigentum an allen Vermögenswerten und gemeinsame Verpflichtung zur Begleichung von Schulden.

Vielmehr gilt:

Ist zum Beispiel ein Konto allein auf den Namen eines Ehegatten oder ist ein Ehegatte allein bezüglich einer Immobilie im Grundbuch eingetragen, gehört ihm das Konto oder die Immobilie auch allein und er kann mit gewissen Beschränkungen allein darüber verfügen. Hierauf sollte bei der Geldanlage und dem Kauf einer Immobilie geachtet werden.

Für Schulden wird im Wesentlichen nur gehaftet, wenn man sie auch persönlich eingegangen ist, zum Beispiel einen Darlehensvertrag mit unterschrieben hat. Das gilt es bei jedem Mitunterzeichnenden eines Darlehensvertrages bzw. dem Eingehen einer Verbindlichkeit zu beachten, um so mehr, wenn bereits eine Trennung im Raum steht.

Um beim Scheitern der Ehe einen finanziellen Ausgleich erreichen zu können, kommt es auch darauf an, welches Vermögen zum Zeitpunkt der Heirat vorhanden war, bzw. später durch Erbschaften, bzw. Schenkungen Dritter hinzugekommen ist. Dies lässt sich häufig bei einer langjährigen Ehe nicht mehr nachvollziehen. Es empfiehlt sich daher dringend, zum Stichtag der Eheschließung ein Verzeichnis aufzunehmen, in dem der Bestand und der Wert des jedem Ehegatten gehörenden Vermögens, einschließlich der Wertgegenstände und Schulden, dokumentiert wird 
 

Erbrecht

Will man eine Erbschaft nicht annehmen, muß man sie innerhalb von sechs Wochen nach Kenntnis der Erbschaft aktiv ausschlagen.
Ist kein Testament vorhanden, erlangt man Kenntnis durch das Wissen um den Tod des Erblasser und die gesetzliche Erbfolge.

Ist ein Testament vorhanden, erlangt man Kenntnis durch Mitteilung der Testamentseröffnung und des aus dem Testament resultierenden Erbrechtes.

Nichts tun führt zur Annahme der Erbschaft!